Der Kulmbacher Öffnet internen Link im aktuellen FensterErich Pöhlmann erfand in den frühen 80iger Jahren eines der ersten serienreifen Elektroautos.

Bereits zur damaligen Zeit wurde automobiltechnisch vieles von Grund auf neu erdacht, entwickelt und konstruiert. Selbstverständlich unter Einbeziehung der Erfahrungen des herkömmlichen Automobilbaus im Hinblick auf Fahrwerk, Lenkung, Bremsen und Sicherheitsanforderungen.  Das Fahrzeug zeichnete sich besonders durch quirliges Fahrverhalten, niedrige Betriebskosten, hohe Unfallsicherheit und extreme Umweltfreundlichkeit aus. Schon damals gehörte der PÖHLMANN EL in entscheidenden Punkten zur Spitzenklasse. Mit diesem Elektrofahrzeug gelang es erstmals, den Energieträger Strom so einzusetzen, dass attraktive Beschleunigungswerte und eine akzeptable Spitzengeschwindigkeit erreicht werden konnten.

Verschleißarm: Kunststoffkarosserie und Edelstahlrahmen sind rostfrei. Der Antrieb läuft nicht über lange Wege, sondern auf die unmittelbarste Art. An jedem Hinterrad befindet sich jeweils ein Motor - seine Kraft wird durch Zahnriemen direkt auf das Rad übertragen. Dabei erreicht der Elektromotor einschließlich Kraftübertragung einen optimalen Wirkungsgrad von etwa 85 %, während ein Benzinmotor einschließlich Getriebe auf höchstens 25 % kommt.
Der Zweimotorenantrieb arbeitet also getrennt auf jedes Hinterrad. Damit steht z. B. bei Straßenglätte - im Gegensatz zum herkömmlichen Differentialgetriebe - das volle Drehmoment an jedem Antriebsrad zur Verfügung. Auch weist die Kraftübertragung über eine Zahnriemenuntersetzung einen ausgesprochen hohen Wirkungsgrad von ca. 98 % auf.


Beim PÖHLMANN EL wird die Energie stets optimal eingesetzt; Mit einer elektrischen Reihenschaltung bei niedriger bzw. gleichbleibender Geschwindigkeit. Ab ca. 45 km/h setzt die elektrische Parallelschaltung der Motoren ein. Sie wirkt wie ein zweistufiges Getriebe und erbringt mit Kick-Down-Effekt eine spürbare zusätzliche Beschleunigung in den höheren Geschwindigkeitsbereich. Diese Antriebseinheit mit unmittelbarer Kraftübertragung sorgt für das besonders willige und anpassungsfähige Fahrverhalten des PÖHLMANN EL. Im normalen Fahrbetrieb, der einem Drehmoment von ca. 10 bis 40 Newtonmeter und einem Spannungsbereich von 20 bis 40 Volt entspricht, liegt der Wirkungsgrad der Antriebsmotoren bei über 80 %. Leitet Herunterladen der Datei einDownload Datenblatt PÖHLMANN EL

Luftwiderstandsbeiwert unter 0,3

Die "Stromlinie des PÖHLMANN EL konnte optimal verwirklicht werden, weil seine Karosserie aus Kunststoff besteht. Mit diesem Material der unbegrenzten Möglichkeiten lassen sich beliebige Formen gestalten. Die formoptimierte, windschnittige Karosserie ist glatt und geschlossen ohne unnötigen Luftwiderstand.

  • Scheiben sind eingeklebt
  • Unterboden geschlossen
  • Scheibenwischer versenkt
  • Regenrinnen innenliegend
  • keine bremsende Kühlerdurchströmung

Ein Crash-Test im Allianz-Zentrum München wurde mit großem Erfolg absolviert: Praktisch die gesamte Aufprallenergie wurde im vordersten Teil abgefangen, Batterien und Aggregate haben keinen Schaden genommen. Im Fahrgestell des PÖHLMANN EL wurden Soll-Knickstellen (bis in die Lenkstange) integriert, die eine Knautschzone bilden. Überrollbügel und Innenversteifungen erhöhen die Sicherheit zusätzlich. Die Seitenfenster sind aus Kunststoff und damit splitterfrei.

Der damalige Preis lag bei 78.000,-- Mark und daher wurden nur 18 Stück produziert. In einer Großserie waren seinerzeit 20.000,-- Mark geplant und es wäre das optimale Zweitauto gewesen. Dazu kam es nicht, weil wieder einmal – leider – die Lobby gewonnen hat.

Bei dem in unserem Museum gezeigten, noch existierenden Exemplar handelt es sich um eine Stiftung des Herrn Dipl.-Ing. (FH) Rolf M. Ospel aus Untermerzbach.